7. Mai 2020

Start des INTERREG-Projekts „Sozialraumorientierte und inklusive Teilhabe von Menschen mit Beeinträchtigung in der Grenzregion ‚Bayern – Tirol‘“

Das „Diakonische Werk des Evang.-Luth. Dekanatsbezirks Rosenheim e. V.“ und das „Center for Social & Health Innovation“ des „MCI Management Centers Innsbruck Internationale Hochschule GmbH“ haben im April mit der Zusammenarbeit am INTERREG-Projekt „Sozialraumorientierte und inklusive Teilhabe von Menschen mit Beeinträchtigung in der Grenzregion ‚Bayern – Tirol‘“ begonnen.

Ziel ist die Verbesserung der Versorgung von erwachsenen Menschen mit Behinderungen in den Bereichen „Arbeit / Bildung“, „Wohnen“ und „Freizeit“ innerhalb der Grenzregion ‚Bayern – Tirol‘. Im Fokus stehen dabei Menschen mit Lernschwierigkeiten, Körper- und Sinnesbehinderungen sowie Menschen mit psychischen Erkrankungen.
Mittel- und langfristig soll der Aufbau und die Intensivierung von grenzübergreifenden, bedarfsgerechten Angeboten zu einer synergetischen Versorgung von Menschen mit Behinderungen beitragen und die Grenzregion als inklusionsfreundlichen Sozialraum stärken.

Gefördert wird das Projekt im Rahmen des EU-Programms „INTERREG Österreich – Bayern 2014 – 2020“. Die Laufzeit des Projekts beträgt zwölf Monate (1. April 2020 bis 31. März 2021).

Projekthintergrund
Die UN-Behindertenrechtskonvention fordert für Menschen mit Behinderungen die Aussicht auf eine aktive Teilnahme an unterschiedlichen Aspekten des gesellschaftlichen Lebens. Sie fordert die Gestaltung eines inklusiven Sozialraums. In ländlichen Strukturen wie dem Sozialraum ‚Bayern – Tirol‘ sind eine bedarfsgerechte Versorgung sowie das Wunsch- und Wahlrecht für Menschen mit Behinderungen in der Regel schwieriger zu realisieren als in einem städtischen Umfeld. Menschen mit Behinderungen nehmen Teilhabeleistungen schwerpunktmäßig in ihrem jeweiligen Heimatland wahr. Neben oftmals generell fehlenden Angeboten kommt die mangelnde Kenntnis der Betroffenen über Angebotsstruktur und Zugangsweisen in den benachbarten Regionen hinzu, ebenso ein fehlendes Wissen um persönliche Rechte sowie um administrative Hürden.

„Wir sind davon überzeugt, dass die Betroffenen von einer länderübergreifenden Sozialraumentwicklung profitieren und so Teilhabe und Integration besser gelingen kann“, so Klaus Voss, Geschäftsleitung der Diakonie Rosenheim und verantwortlich für die „Sozialen Dienste Oberbayern“. „Wir haben dieses Projekt gemeinsam mit dem MCI beantragt, um Angebote, Bedarfe und Potenziale zu identifizieren und um diese Erkenntnisse für die Zusammenarbeit in der sozialen Arbeit in der Grenzregion nachhaltig zu nutzen. Das MCI bringt dabei seine wissenschaftlichen Kompetenzen ein, die für die Begleitung und Auswertung eines solchen Projekts notwendig sind.“

Projektablauf
Zu Beginn des Projekts erfolgt die Erhebung bestehender Angebote und Leistungen für Menschen mit Behinderungen innerhalb der Grenzregion ‚Bayern – Tirol‘. Unter den aktuellen Bedingungen wird durch telekommunikative Interviews sowie durch mehrstufige, schriftliche Befragungen ergänzendes Wissen über Teilhabeleistungen, Hürden und Perspektiven sowie über ungedeckte Bedarfe generiert. Neben den Betroffenen als ‚Expert(inn)en in eigener Sache‘ und deren Angehörigen werden Fachkräfte aus Instituten (Verwaltung, Leistungsträger / -erbringer) sowie Arbeitgeber, Kammern und Verbände zur Sozialraumanalyse hinzugezogen.

Ein Rechtsgutachten bewertet die vorhandenen rechtlichen und / oder administrativen Barrieren und Möglichkeiten bei der Wahrnehmung grenzüberschreitender Teilhabeangebote. Ein externer, selbst betroffener Experte begleitet das Projekt von Beginn an wissenschaftlich und stellt sicher, dass die Perspektive der Menschen mit Behinderungen ausreichend berücksichtigt wird.

Aus den gewonnenen Erkenntnissen werden im Anschluss Handlungsfelder sowie mögliche Handlungsempfehlungen für den Sozialraum der Grenzregion abgeleitet und den Betroffenen, Fachkräften sowie der Fachöffentlichkeit und der Sozialpolitik kostenfrei zugänglich gemacht.

Projektpartner
Diakonie Rosenheim
Die „Diakonie Rosenheim“ mit Sitz in Bad Aibling zählt zu den bedeutenden und großen Anbietern sozialer Dienstleistungen für Menschen in Oberbayern. Gegenstand des Vereins ist es, Menschen unterschiedlichen Alters und unterschiedlicher individueller Situation Entfaltungsmöglichkeiten zu geben, sie zu fördern und zu unterstützen. Dies geschieht insbesondere durch die freie und wohlfahrtspflegerische Hilfe für Menschen jeden Alters in christlicher Verantwortung. Die beiden Marken der Diakonie Rosenheim – „Soziale Dienste Oberbayern“ und „Jugendhilfe Oberbayern“ – bieten überregional Dienstleistungen für Menschen an.

Kontakt:

Diakonie Rosenheim – Soziale Dienste Oberbayern
Claudia Schienle / Projektleitung
Tel. +49 175 1904366
claudia.schienle2@sd-obb.de

Klaus Voss / Geschäftsleitung
Tel. +49 8031 3009-1078
klaus.voss@dwro.de
Innstraße 72
83022 Rosenheim
www.diakonie-rosenheim.de

Center for Social & Health Innovation
Das „Center for Social & Health Innovation“ ist das multidisziplinär ausgerichtete Forschungszentrum des „Management Centers Innsbruck“, das sich mit aktuellen regionalen, nationalen und internationalen Herausforderungen im Sozial- und Gesundheitswesen beschäftigt.
Unsere Forschung zielt nicht nur darauf ab, den wissenschaftlichen Diskurs zu bereichern, sondern auch evidenzbasierte und handlungsorientierte Entscheidungsgrundlagen für Politik und Gesellschaft bereitzustellen. Der Fokus liegt auf methodenübergreifender Forschung in den Bereichen „Public Health“, „Soziale Integration und Teilhabe“ sowie „Verhaltensforschung“ und „Digitale Technologien und Kommunikation“.

Kontakt:

Center for Social & Health Innovation
MCI Management Center Innsbruck
Lukas Kerschbaumer
Tel: +43 512 2070-7421
lukas.kerschbaumer@mci.edu

Sascha Gell
sascha.gell@mci.edu
Tel: +43 512 2070-7423
Universitätsstraße 15
6020 Innsbruck
www.mci.edu