17. Januar 2020

Mach HaLT – bevor‘s zu spät ist

Sarah*, 14 Jahre, 1,8 Promille.
Bewusstlos bei Einlieferung ins Krankenhaus, Atemstillstand. Sie schafft es.

Martin*, 17 Jahre, 2,2 Promille.
Bewusstlos bei Einlieferung ins Krankenhaus. Kann sich nicht daran erinnern, betrunken randaliert und gestohlen zu haben.

Mithilfe des Risiko-Checks im Rahmen des HaLT-Projektes der Fachambulanz für Suchterkrankungen werden Jugendliche angeregt, ihren Alkoholkonsum kritisch zu hinterfragen.

Obwohl kaum mehr darüber berichtet oder gesprochen wird, ist massives Trinken nach wie vor eine problematische Thematik bei Jugendlichen. Die HaLT-Mitarbeiter der Fachambulanz für Suchterkrankungen Rosenheim (Diakonie) sind jedes Wochenende freiwillig im Dienst, um Jugendliche im Krankenhaus aufzufangen und Gespräche zu führen. Oft sind die Gründe „harmlos“. Eine Geburtstagsfeier, die aus dem Ruder gelaufen ist oder ein Abend mit Freunden, der ganz friedlich begann. Manchmal steckt aber auch mehr dahinter. Nach den Brückengesprächen im Krankenhaus mit Patient und Eltern folgt der sogenannte Risiko-Check. Dabei handelt es sich um eine ganztägige Maßnahme mit erlebnispädagogischen Einheiten. In Zusammenarbeit mit dem Team vom Projekt Arcanum Rosenheim wurde für den kommenden Risiko-Check ein spezieller Escape-Room konzipiert. Die Jugendlichen durchlaufen eine Hausparty, auf der eine Freundin verloren geht. Viele Hindernisse und Fragestellungen zum richtigen Umgang mit Alkohol und anderen legalen Drogen stellen sich ihnen in den Weg. Es wird auf Gefahren wie K.O.-Tropfen hingewiesen, Alkoholwerte müssen errechnet werden und Erste-Hilfe-Maßnahmen werden geübt.

Bei Pizza und Softgetränken wird danach in der Gruppe reflektiert und diskutiert: Wie war‘s bei mir, wie war‘s bei euch, wie verhalte ich mich richtig, was ist wichtig zu beachten? Das gemeinsam Erlebte und Besprochene soll Eingang in die Lebenswelt der Jugendlichen finden und ihnen helfen, bessere Entscheidungen in Bezug auf Alkohol und Konsum zu treffen.

Hilfe und Unterstützung erhalten Jugendliche und betroffene Eltern kostenfrei und unter Wahrung der Schweigepflicht:

Fachambulanz für Suchterkrankungen
– Prävention, Beratung, Behandlung – 
diaLog –  Kufsteiner Str. 55
83022 Rosenheim
Tel.: 08031- 35 62 80

Mail: fachambulanz@sd-obb.de

*Namen geändert.