5. Dezember 2019

Fachstelle Häusliche Gewalt erhält erneut die Zertifizierung durch die Bundesarbeitsgemeinschaft Täterarbeit e.V.

Die Fachstelle Häusliche Gewalt bietet spezialisierte Programme für Männer und Frauen, die im Bereich Häuslicher Gewalt aufgefallen sind. Von häuslicher Gewalt wird gesprochen, wenn innerhalb familiärer, ehelicher oder lebenspartnerschaftlicher Strukturen physische, psychische oder sexuelle Gewalt ausgeübt wird.

Wir bieten in Rosenheim und Mühldorf Gruppenprogramme mit Vorgesprächen und einem Auswertungstermin an. Sollte die Teilnahme an einem Gruppenangebot aus triftigen Gründen nicht möglich sein, bieten wir ein Einzelberatungsprogramm an, auch zum Thema Stalking. Oberstes Ziel der Arbeit ist es, weitere Gewalthandlungen zu verhindern, um die Opfer zu schützen.

Im Dezember hat die Fachstelle erneut die Zertifizierung nach dem bundesweit gültigen Standard für Täterarbeit Häusliche Gewalt für weitere drei Jahre durch die Bundesarbeitsgemeinschaft Täterarbeit e.V. erhalten. Damit behalten Sie weiterhin ihre Vorreiterrolle als erste und bisher einzige zertifizierte Einrichtung bundesweit, die nach den vorgegebenen Standards der Bundesarbeitsgemeinschaft arbeitet.

Nach der Umstellung von der Männerberatungsstelle Südostbayern zur Fachstelle Häusliche Gewalt für Tatbeschuldigte, Verurteilte und Selbstmelder im Januar 2017 ist ein deutlicher Anstieg der bearbeiteten Fälle zu verzeichnen.

Das Thema Häusliche Gewalt ist 2018 wieder verstärkt in die öffentliche Aufmerksamkeit gerückt: Nach der Veröffentlichung der Bedarfsanalyse von Dr. Monika Schröttle im Auftrag des Bayerischen Staatsministerium für Arbeit und Sozialordnung stellte Ministerin Kerstin Schreyer einen Drei-Stufen-Plan zur Umsetzung der erforderlichen Verbesserungen vor. Die bayernweite Einrichtung von Täterarbeitseinrichtungen ist eine der Forderungen im Schreyer-Papier. Die Förderung dieser Fachstellen ist mittlerweile beschlossen und das Förderausschreiben wurde entworfen, so dass davon ausgegangen werden kann, dass eine Förderung von vorerst 8 Täterarbeitseinrichtungen in Bayern ab 2020 grundsätzlich möglich ist. Es ist davon auszugehen, dass die Arbeit nach den Standards Voraussetzung für eine Förderung ist.

Leider scheidet diese Möglichkeit für unsere Fachstelle im bestehenden Einzugsbereich aus, da sie dem in den Richtlinien vorgegebenen Prinzip des vorzeitigen Beginns der Maßnahme widerspricht.

Wie bisher erfolgt die Finanzierung unserer Arbeit hauptsächlich durch Bußgeldzuweisungen durch die örtliche Justiz. Ein kleinerer Teil kann aus den Teilnahmegebühren für die angebotenen Programme und die geringfügigen kommunalen Zuschüsse (Rosenheim Stadt, Landkreis, Landkreis Miesbach, Altötting, Berchtesgadener Land) gedeckt werden.

In der Fachstelle Häusliche Gewalt sind Dorothee Burgwald und Christof Furtwängler hauptamtlich tätig. Weiterhin unterstützen uns Stephanie Braun und Ulrich Günther als Honorarkräfte in den Gruppen. Bereichsleitung ist Mara Homberg.

Das Team der Fachstelle Häusliche Gewalt besteht aus erfahrenen und hochqualifizierten Fachkräften aus dem Antigewaltbereich, Ehe-, Familien- und Lebensberatung, Mediation, TOA u.a. Durch ihr Engagement und Knowhow konnten wir das Angebot der Fachstelle in den letzten Jahren qualitativ und quantitativ erheblich ausbauen, Konzepte überarbeiten und Netzwerke stärken.

An dieser Stelle ein großes Dankeschön an die Kolleginnen und Kollegen !

Christof Furtwängler (hauptamtlicher Mitarbeiter und Mitgründer der Fachstelle HG), Dorothee Burgwald (hauptamtliche Mitarbeiterin der Fachstelle HG), Mara Homberg (Bereichsleitung), Roland Hertel (Vorstand Bundesarbeitsgemeinschaft Häusliche Gewalt e.V.)

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