2. August 2019

Neue Medien – Fluch und Segen?

Was ist unter Jugendlichen „hip“? Was ist aktuell? Welche Gefahren und auch welche Chancen eröffnen neue Medien für das Arbeiten mit Jugendlichen? All dies thematisierte in Theorie und Praxis Christian Bauer, Präventionsexperte der Fachambulanz für Suchterkrankungen des Diakonisches Werkes Rosenheim e.V. auf der Fortbildung „Medienpädagogik“ am 18.07.2019.

Neben Facebook, WhatsApp, Instagram, TikTok und Snapchat war vor allem das Shootergame „Fortnite“ im Mittelpunkt, da dies bereits Ende November bei über 200 Millionen Spielern Anklang fand. Mit einem praktischen „Fortnitelexikon“ wurden Begriffe wie Freepass, Kreativmodus und Skins geklärt.

Ebenso betrachtet wurden die Nutzungsgewohnheiten der Jugendlichen, so haben 97-99% der Jugendlichen ein Smartphone, Tablet PC oder TV mit Internet. Mit 76% ist das Handy der häufigste Zugangsweg ins Internet.

Jugendliche organisieren sich ihre Lebenswelt heutzutage sehr medial; Geburtstage und Hausaufgaben werden online arrangiert, aber auch Auseinandersetzungen finden online statt. Auch Stress verspüren junge Menschen durch die ständige Verfügbarkeit und die Angst etwas zu verpassen erhöht das Stresslevel.

Wann kann man von Sucht sprechen? Sucht in Bezug auf Medien wird im aktuellen ICD 10 noch nicht erwähnt, dies wird in der nächsten Ausgabe anders sein. Generell sollte man individuell auf das jeweilige Leben der einzelnen Kinder und Jugendlichen eingehen, welche Ziele und Interessen sie noch verfolgen und kritisch die mediale Entwicklung betrachten.

Neben der Theorie ging es am Nachmittag mit einer QR-Code Rallye zur Praxis. So wurden QR-Codes von den Teilnehmern vorbereitet, die man an 5 Stationen finden und dann die jeweilige Aufgabe erledigen konnte: „Setzt euch gemeinsam auf einen Stuhl und macht ein Selfie“ war eine davon.

Elternempfehlungen wurden ausgesprochen, beispielsweise in Form von „kein Handy im Schlafzimmer“ oder ein „Wochenzeitkontingent“.

Sowohl privat als auch in der Kinder- und Jugendarbeit gilt immer zu beobachten, was das Kind außer Internet und Medienkonsum erlebt und wie der Alltag bewältigt wird. Ehrliches Interesse für die Lebenswelt der Kinder, die von Medien geprägt ist, ist wohl der Schlüssel zum Erfolg und verhilft dazu, am Ball bleiben zu können.

Interessierte oder Hilfesuchende sowie Institutionen und Personen, die medienpräventiv tätig sind oder werden wollen, wenden sich für weitere Informationen gerne an die Fachambulanz für Suchterkrankungen.

diaLog, Kufsteiner Str. 55, 83022 Rosenheim,
Tel.: 08031- 35 62 80, Mail: fachambulanz@sd-obb.de