13. Februar 2019

Ambulante Therapie – ein wirksames Angebot der Diakonie Rosenheim

Sucht bedeutet nicht zwangsläufig, ganz unten, ohne Arbeit und völlig am Ende zu sein. Viele Menschen befinden sich in einer Sucht oder sind auf dem Weg dorthin. Sie gehen aber (noch) ihrer Arbeit nach und sind sozial gut eingebunden. Für diese Menschen gibt es ein sehr gutes Angebot, das ihnen erlaubt, in ihrem gewohnten Alltag zu bleiben und dennoch an ihrer Sucht zu arbeiten.

Was können Betroffene tun?

Betroffene können in ihrem vertrauten Umfeld bleiben, z.B. ihrer Arbeit weiterhin nachgehen und parallel eine ambulante Entwöhnungstherapie machen. Sie lernen durch begleitende, therapeutische Angebote die Hintergründe des problematischen Suchtmittelkonsums (Alkohol, Drogen, Glückspiel; Medien) erkennen und entwickeln notwendige Fähigkeiten, ihren Alltag ohne Suchtmittel zu gestalten und sich vor einem Rückfall zu schützen.

Über den Zeitraum eines Jahres stellen wir fachliche Begleitung in Form von persönlichen Einzelgesprächen und therapeutischen Gruppen. Gleichzeitig haben Betroffene Unterstützung auf Augenhöhe durch Mitpatienten, können sich in ihren Erfahrungen austauschen und so mehr über sich und die Mechanismen einer Suchtkrankheit erfahren.

Warum werden Menschen süchtig?

Die Auslöser sind sehr vielfältig. Die wirklichen Gründe zeigen sich oft erst dann, wenn man die Biographie eines Menschen näher betrachtet. Manchmal liegt der Beginn schon in der Jugend, manchmal lösen im weiteren Lebenslauf schwierige Umbrüche oder Krisen, wie z. B. der Verlust eines nahestehenden Menschen, eine schwierige Arbeitssituation, die Ablösung der Kinder aus dem Elternhaus oder der Übergang von Arbeitsleben zu Rente eine Suchtentwicklung aus.

Wie bemerkt man eine Suchterkrankung?

Eine Sucht kommt nicht von heute auf morgen, sondern sie entwickelt sich über einen längeren Zeitraum. Alkohol bspw. kann ein Genussmittel sein, er hat eine Wirkung, die die Stimmungslage verändert, anfangs meist zum Positiven. Wenn man diese Wirkung nun bewusst oder unbewusst immer öfter sucht, um sich in bestimmten Situationen Erleichterung, Entlastung oder positivere Gefühle zu verschaffen, der eigene Antrieb dazu immer drängender wird und dabei die Fähigkeit, das Alkoholtrinken zu kontrollieren abnimmt, dann sind dies Anzeichen für eine beginnende Suchtentwicklung.

Wo kann man eine ambulante Suchttherapie durchführen?

Die Diakonie Rosenheim bietet die Möglichkeit einer Ambulanten Therapie in der Fachambulanz für Suchterkrankungen in der Kufsteiner Str. 55. Hier können Sie sich auch unverbindlich näher informieren. Kontaktieren Sie uns unter fachambulanz@sd-obb.de oder kommen Sie für ein Beratungsgespräch vorbei. Finanziert werden solche Maßnahmen vor allem über die Rentenversicherungsträger und in zweiter Linie über Krankenkassen.

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