12. Februar 2019

Die Straffälligenhilfe sucht nach Lösungen

„Eine medizinische Versorgung ist für jeden Menschen elementar wichtig. Die medizinische Versorgung Haftentlassener ist ein aktuelles, brisantes Thema. Deshalb ist es sehr positiv, dass diese Fachkonferenz stattfindet. Da sich die medizinische Versorgung Haftentlassener bei diesen auf alle Lebensbereiche und die Arbeit mit professionellen Helfer*innen unterschiedlicher Berufsgruppen auswirkt, ist die Initiierung von Behandlungsketten notwendig.“ Mit diesen Worten leitete Herr Voss, Geschäftsstellenleiter der sozialen Dienste die Veranstaltung ein.

Herr Jaegers und Frau Homberg, Bereichsleitungen in der Straffälligenhilfe, begrüßten die Teilnehmer und gaben einen Überblick über Hintergründe und Ablauf der Fachkonferenz. „Die Idee zur Fachkonferenz entstand durch Fälle im Team der Wohngemeinschaften. Bewohner konnten nach der Entlassung aus der Haft nicht rechtzeitig oder angemessen medizinisch versorgt werden.“, so Jaegers. Die zentrale Fragstellung für die Veranstaltung: Wer der Teilnehmenden kann was für schnellere Abläufe und eine bessere medizinische Versorgung Haftentlassener tun?

Herr Schröder, Vertriebsleiter der Barmer in Rosenheim, gab den Teilnehmenden einen Überblick über Zugangsvoraussetzungen zur gesetzlichen Krankenversicherung.

Anschließend stellte Frau Virmani, Mitarbeiterin der Wohngemeinschaften, zwei Fallbeispiele vor, die aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchtet wurden. Wann und wie endet die Zuständigkeit der Justiz? Wie erhält ein aus der Haft entlassener Mensch bei Bedarf Behandlung oder Medikamente bis zur Klärung der Krankenversicherung? Gibt es Möglichkeiten, Verfahrensabläufe zu beschleunigen oder zu vereinfachen? Diese und mehr Fragen, wurden anschließend angeregt diskutiert und mögliche Lösungswege aufgezeigt.

Die Justizvollzugsanstalten Bernau / Traunstein / Bad Reichenhall war durch Herrn Burghardt, Anstaltsleiter, Herrn Strigl, Anstaltsarzt, Frau Schepers und Herrn Gromes, Sozialdienst vertreten. Herr Reil, stellv. Sachgebietsleiter Jobcenter Stadt Rosenheim und Herr Kutschera, Sachgebietsleiter Bezirk Oberbayern, stellten die Möglichkeiten und Problemlagen aus Sicht der Kostenträger dar.

Weitere Teilnehmer/innen waren Frau Kamhuber-Probst, Leitende Bewährungshelferin am Landgericht Traunstein / Rosenheim, Hr. Jaroljmek und Frau Merker, Bereichsleitungen Betreuungsverein und die Wohnungsnotfallhilfe, sowie Frau Schorcht von der externen Suchtberatung der Justizvollzugsanstalt.

Die rege Teilnahme an der Konferenz verdeutlicht die Brisanz dieses Themas und zeigt, dass trotz unterschiedlicher Aufträge und Arbeitsgrundlagen der einzelnen Professionen, untereinander große Kooperationsbereitschaft im Sinne der Hilfesuchenden besteht.